Wasser sparen, Zukunft sichern
Wasserknappheit und Klimawandel bedrohen weltweit unsere Lebensgrundlagen. Mit dem 11. Schritt der Initiative „16 Steps bis 2025 – Für eine klimaneutrale Veranstaltungswirtschaft“ rückt die Eventbranche in Zusammenarbeit mit Viva Con Agua den nachhaltigen Umgang mit Wasser in den Fokus. Ziel ist es, den Wasserverbrauch in der Veranstaltungsorganisation drastisch zu reduzieren und ein starkes Signal an Politik, Gesellschaft, Medien und Wirtschaft zu senden. Stefan Lohmann: „Nachhaltiges Wirtschaften ist die Zukunft oder wir haben keine!“
Warum wir handeln müssen
Steigende Temperaturen, Dürreperioden und Überschwemmungen bedrohen unsere Wasserressourcen. Die Eventbranche kann durch nachhaltige Maßnahmen, wie den Einsatz wassersparender Technologien, nachhaltiger Reinigungsmittel, Sensibilisierung und Recycling-Systeme, einen bedeutenden Beitrag leisten. Stefan Lohmann, Co-Initiator der 16 Steps Initiative, appelliert: „Es ist Zeit zu handeln. Die Veranstaltungsindustrie muss als Vorbild vorangehen und nachhaltiges Wassermanagement erlebbar machen und damit positive soziale Kipppunkte erreichen. Denn unsere Branche erreicht jedes Jahr Millionen von Menschen mit ihren Events und nichts bewegt die Menschen mehr zum Umdenken und Handeln als Live-Erlebnisse. Das sollte die Wirtschaft und Politik verstehen und nutzen für eine Beschleunigung der Transformation.“
Die zunehmende Wasserknappheit und Klimawandel verschärft soziale Spannungen und Konflikte, insbesondere in Regionen, die bereits unter politischen oder wirtschaftlichen Instabilitäten leiden. Wasserknappheit kann zu Ernteausfällen, Lebensmittelknappheit und wirtschaftlichem Niedergang führen, was Menschen zwingt, ihre Heimat zu verlassen und in andere Gebiete oder Länder zu migrieren.
Was wir konkret tun können – 6 Schritte
Durch bewusstes Handeln, Klimaanpassung zur Sicherheit der Menschen und die Integration nachhaltiger Praktiken kann die Eventbranche dazu beitragen, Wasser als Lebensgrundlage zu schützen und den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Das können wir – können Sie – tun:
1. Wasserverbrauch minimieren
2. Abwasseraufbereitung und -recycling
3. Nachhaltige Reinigungsmittel einsetzen
4. Wassereffiziente Gastronomie
5. Sensibilisierung der Besucher*innen
6. Best Practices aus der Branche
Caroline Stüdemann, Geschäftführerin von Viva con Agua:
„Wir teilen das Ziel der 16 Steps Initiative, dass nachhaltige Veranstaltungen Teil der Lösung werden für eine lebenswerte Zukunft. Mit Viva con Aguas Vision „Wasser für Alle – Alle für Wasser“ sorgen wir für bei Veranstaltungen für entsprechende Awareness im positiven Sinne und bieten Interaktionen mit dem Publikum, die allen Spaß machen, indem wird mit diversen Aktionen Pfandbecher einsammeln. Auch die Künstler*innen auf den Bühnen werden teilweise mit eingebunden. Die Pfandbecher-Spenden der Besucher*innen unterstützen direkt die Projekte von Viva con Agua und verbessern damit die Lebensbedingungen der Menschen, die aktuell keinen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen haben.
Lesetipp: Wer richtig tief ins Thema Wasser einsteigen möchte, kann sich das Buch von Viva con Agua Geschäftsführerin Carolin Stüdemann „Die Zukunft unseres Wassers“ holen, was am 12.03.2025 erschienen ist.
Die 6 Schritte im Detail
1. Wasserverbrauch minimieren
- Wassersparende Sanitäranlagen: Der Einsatz von wassersparenden Armaturen, Toiletten mit Spartasten, wasserlose Urinale, wassersparende Pump- bzw. Unterdruck-Toiletten und sensorgesteuerten Wasserhähnen kann den Wasserverbrauch und das Abwasseraufkommen erheblich reduzieren.
- Trockentoiletten: Bei Outdoor-Veranstaltungen können Trockentoiletten eine umweltfreundliche Alternative darstellen, da sie ohne Wasser auskommen und gleichzeitig Abwasser vermeiden.
- Regenwassernutzung: Die Nutzung von Regenwassersammelsystemen z.B. für Toilettenspülungen oder für die Rasen- und Pflanzenbewässerung und der Einsatz von trockenresistenter Bepflanzung können den Wasserverbrauch deutlich senken.
- Virtuelle Wasserverbräuche minimieren: Den Anteil an vegetarischen Produkten erhöhen und Fleischprodukte reduzieren. So lässt sich der Wasserfussabdruck z. B. durch weniger Rindfleisch und mehr Gemüse beim Buffet erheblich reduzieren.
2. Abwasseraufbereitung und -recycling
- Grauwasser-Recycling: Systeme, die Wasser aus Waschbecken und Duschen aufbereiten und für die Toilettenspülung oder Bewässerung wiederverwenden, tragen zur Ressourcenschonung bei.
- Abwasserwärme und Flusswasser kann auch für Wärmepumpen genutzt werden.
- Mobile Kläranlagen: Bei Großveranstaltungen können mobile Anlagen eingesetzt werden, um Abwasser vor Ort zu filtern und aufzubereiten.
- Abfallvermeidung und Reduzierung sorgt für weniger Wasserverbrauch und geringer Auswirkung auf Grundwassersysteme.
3. Nachhaltige Reinigungsmittel einsetzen
- Ökologische Reinigungsmittel: Der Einsatz von biologisch abbaubaren und schadstofffreien Reinigungsmitteln reduziert die Umweltbelastung und schützt die Wasserressourcen.
- Bedarfsorientierte Reinigung: Durch gezielte und bedarfsgerechte Reinigung kann der übermäßige Einsatz von Wasser und Reinigungsmitteln vermieden werden.
4. Wassereffiziente Gastronomie
- Mehrweg statt Einweg: Der Verzicht auf Einweggeschirr, dessen Produktion oft viel Wasser erfordert, zugunsten von spülbarem Mehrweggeschirr kann den Wasserfußabdruck verringern.
- Regionale und saisonale Speisen: Der Bezug von regionalen und saisonalen Lebensmitteln reduziert die indirekte Wasserbelastung, da kürzere Transportwege und angepasste Anbaumethoden den Wasserverbrauch senken.
- Wasserspender statt Flaschenwasser: Das Bereitstellen von Trinkwasserstationen für Besucher und Mitarbeiter minimiert den Einsatz von Flaschen und den damit verbundenen Wasserverbrauch in der Produktion.
5. Sensibilisierung der Besucher
- Aufklärung: Durch sichtbare Schilder und Informationskampagnen können Besucher auf einen bewussten Umgang mit Wasser hingewiesen und zu nachhaltigem Verhalten motiviert werden.
- Incentives: Belohnungen für umweltfreundliches Verhalten, wie die Nutzung von Nachfüllstationen für Trinkwasser oder das Mitbringen eigener Behälter, fördern die aktive Teilnahme der Besucher an Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
6. Best Practices aus der Eventbranche
- Glastonbury Festival: Dieses Festival setzt auf wiederverwendbare Wasserflaschen und kostenlose Nachfüllstationen, um Einwegplastik und Wasserverbrauch zu reduzieren.
- Olympiastadion Berlin: Hier wird Regenwasser für die Rasenbewässerung genutzt, und es kommen Abwasserrecycling-Systeme in den sanitären Anlagen zum Einsatz.
Nachhaltige Events sichern Wasser
Nachhaltige Events sparen nicht nur Kosten, sondern leisten einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Nachhaltige Events sind zudem auch das ideale Tool zur Beschleunigung der Transformation von Unternehmen – von Workshops bis hin zu Messen und Kundenevents in Stadien. Die 16 Steps Initiative bietet dafür einen kostenfreien und klaren Fahrplan für die gesamte Veranstaltungswirtschaft.
Positive Einflüsse der Eventbranche
Wir in der Eventbranche haben das Potenzial, durch nachhaltige Praktiken einen positiven Beitrag zum Schutz der Wasserressourcen zu leisten und das Bewusstsein für die Bedeutung von Wasser im Kontext des Klimawandels zu schärfen:
- Nachhaltige Veranstaltungsplanung: Durch die Implementierung wassersparender Maßnahmen, den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und die Reduzierung des Wasserverbrauchs können Events umweltfreundlicher gestaltet werden.
- Aufklärung und Sensibilisierung: Veranstaltungen bieten eine Plattform, um Teilnehmer über die Bedeutung von Wasser und die Auswirkungen des Klimawandels zu informieren und zum nachhaltigen Handeln zu motivieren.
- Unterstützung von Initiativen: Die Eventbranche kann Projekte und Organisationen unterstützen, die sich für den Schutz der Wasserressourcen und die Bekämpfung des Klimawandels einsetzen.
Vorteile für Sie als Veranstalter
- Kostenersparnis: Ein geringerer Wasserverbrauch führt zu niedrigeren Betriebskosten und schont gleichzeitig die Umwelt.
- Reputationsgewinn: Nachhaltigkeit wird zunehmend von Kunden und Partnern erwartet; ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen stärkt das Image und damit die Geschäftsgrundlage.
Ressourcenschutz: Durch nachhaltige Maßnahmen leisten Veranstalter einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung wertvoller Ressourcen.
Durch bewusstes Handeln und die Integration nachhaltiger Praktiken können wir in der Eventbranche dazu beitragen, Wasser als Lebensgrundlage zu schützen und den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser ist essenziell, um Veranstaltungen nachhaltig zu gestalten.
Beispiel: Pfandbecher für sauberes Trinkwasser
Mit Viva con Agua können Sie als Veranstalter auch direkt mit einer Wasserorganisation kooperieren. Der Hamburger Verein, der sich für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt, ist seit jeher bei Veranstaltungen wie Konzerte, Festivals und auch Fußballspielen gern gesehener Gast. Viele Engagierte in ganz Deutschland machen auf den Veranstaltungen für die Vision „Wasser für Alle – Alle für Wasser“ aufmerksam und sammeln Pfandbecher, die als Spenden die Projekte des Vereins unterstützen.
Als ALL PROFIT Organisation setzt Viva con Agua auf die universellen Sprachen Musik, Kunst und Sport, um Menschen für sauberes Trinkwasser zu aktivieren. Durch die Projektarbeit ermöglicht Viva con Agua Menschen in Ländern wie z.B. Uganda, Äthiopien oder Sambia den gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitär und Hygiene. Veranstalter und Besucher:innen schaffen somit gleichermaßen durch die Präsenz von Viva con Agua einen hohen Impact für eine weltweit verbesserte Trinkwassersituation.
Aber nicht nur durch Pfandbecherspenden lässt sich ein Impact für sauberes Trinkwasser schaffen. Mit Goldeimer ist ein Social Business aus der Viva con Agua Family ebenfalls bei vielen Festivals am Start. Mit ihren Komposttoiletten bieten sie eine nachhaltige, saubere Toiletten-Alternative sowie eine sehr wichtige Aufklärung rund um die Sanitärwende.
Insgesamt lässt sich bei vielen Veranstaltern in den letzten Jahren eine erhöhte Aufmerksamkeit bei dem Thema wahrnehmen. Viele Festivals haben mittlerweile ganze Impact Villages, wo viele NGOs vertreten sind. Das unterstützt auch die Verbindung untereinander und lässt Absprachen und Synergien zu. Die Vision von Viva con Agua lässt sich natürlich auch anderweitig unterstützen, z.B. das nächste Mal selbst mit dem Verein ein Konzert besuchen und Pfandbecher sammeln, mal bei der Lieblingslocation anfragen, ob sie nicht das Viva con Agua Wasser anbieten wollen oder aber auch durch eine direkte Spende.
Ein bewusster und nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser bietet in der Veranstaltungsbranche sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Durch die Umsetzung der genannten Maßnahmen können Veranstalter nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Der Leitfaden des Umweltbundesamtes bietet hierzu umfassende Empfehlungen und praktische Hinweise.
Aufruf an Politik und Wirtschaft
Die 16 Steps Initiative ruft Politik und Wirtschaft dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und in nachhaltige Wasserkonzepte zu investieren. Veranstaltungen sind Motoren für Innovationen und bieten die Chance, nachhaltige Lösungen erlebbar zu machen. Hier bieten sich Kooperationen an – auch mit Städten und Kommunen – die ebenfalls klimaneutral werden müssen und die Städte abkühlen müssen. Öffentliche Flächen, ohne Sonnenschutz, werden mittlerweile als gefährliche Orte eingestuft. Es wird also Zeit zu Handeln.
Machen Sie Wasser zu einer Priorität – für Ihre Events und die Zukunft unserer Welt.
Quellen:
- Umweltbundesamt: Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen.
- Umweltbundesamt: Veranstaltungen nachhaltig organisieren.
- TW-Media Tagungswirtschaft: SDGs und Events
About the initiative "16 Steps to 2025 - Towards a Climate-Neutral Event Industry
You can find out more about the initiative "16 Steps to 2025 - For a climate-neutral event industry" and the complete press release at pressebox.de.
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